Afrika Sommerfest & Suppentag

Afrika Sommerfest 2019

Auch auf Baustelle kann man festen
Wer die Spitalstrasse in Einsiedeln hoch fährt kann unschwer erkennen, dass sich bei der Reformierten Kirche Grosses tut. Sie erhält endlich ein Fundament und auch sonst eine grosse Aufwertung. Trotzdem das Gebäude zurzeit nicht genutzt werden kann (der Gemeindesaal schon), steht das Gemeindeleben nicht still und so stand das traditionelle Afrikafest am Sonntag auf dem Programm. Bei herrlichem Wetter konnte der Gottesdienst im Freien, umrahmt von Gerüsten und Baukran, stattfinden. Etwas Sorge bereitete die Frage, was bei Schlechtwetter möglich wäre. Und siehe da, am Freitag wurde noch der Rest des Bodens betoniert und dank dem Einsatz der Bauarbeiter wäre die Kirche sogar als Ausweichraum zur Verfügung gestanden. So konnte unter freiem Himmel der religiöse Teil mit Predigt, Gesang und Darbietungen der Kinder aus dem "coolen" Sommerlager abgewickelt werden.

Viel Interessantes gab es zu erfahren
Für die Zeit bis zum Mittagessen boten sich zwei Diaschauen zum Projekt und vom Kinderlager, Baustellenführungen und musikalische Unterhaltung mit "Hans-Uli Jäger und Freunde" an. Letztere sorgten auch bis zum Schluss für eine fröhliche Stimmung. Das Buffet mit Salaten und Grilladen liess keine Wünsche offen, ebenso so wenig wie das anschliessende Kuchenbuffet. Da hatten sich die vielen Helferinnen ganz schön ins Zeug gelegt. Viel Spass gab es bei einer Versteigerung von den im Sommerlager hergestellten Gegenständen. Das Mädchen, es hatte keine Scheu, welches diese durchführte stand einem professionellen Gantrufer kaum nach. Aber jedes Fest hat ein Ende und das Aufräumen ging speditiv von statten, dank dem Einsatz kräftiger Männer vom Männerstamm, welche sich auch schon am Einrichten am Samstag einsetzten.

Erfreuliches Resultat
Gespannt durfte man sich nun ans Erheben der Einnahmen machen. Allein das Fest brachte erfreuliche 3570 Franken ein und zusammen mit gespendeten Leistungen und Einzahlungen ergibt sich die stolze Summe von momentan 5625 Franken für das Projekt "Villages et Villes a Vivre" im recht abgelegenen Lualatal in der Republik Kongo. Da dort ganz andere Verhältnisse herrschen als wir uns das vorstellen können, braucht es die Unterstützung vor allem um das ganze Projekt überhaupt am Laufen zu halten. Eine Weiterentwicklung ist kaum möglich da immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Die echten Steine hingegen wären auf den durchlöcherten Strassen sehr willkommen. Vom bereits einmal kommunizierten Vorhaben, Solarlampen herzustellen und zu verkaufen musste aber mittlerweile Abstand genommen werden. Sie wären für die Bevölkerung kaum erschwinglich und sind aus Fernost wesentlich billiger zu haben. Wichtig ist, dass Gesundheitsversorgung und Schulwesen in dieser, von der Regierung praktisch in Stich gelassenen, Region überhaupt auf dem jetzigen Stand gehalten werden kann. So ist also jegliche Unterstützung, auch diese aus Einsiedeln sehr willkommen. Von hier aus fliesst aber nur Geld, wenn Not am Mann ist und der Einsatz der Mittel, wenn immer möglich, kontrollierbar ist.

Bericht: Fritz Lengacher                                                                      Foto: Ruedi Enz              

 

 

Suppentag 2019: Miteinander teilen

Die Passionszeit ist eigentlich dazu da, inne zu halten und sich darauf zu besinnen, wo unser eigentliches Ziel liegen sollte: Zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Das war das Thema am Suppentag in der Reformierten Kirchgemeinde Einsiedeln.

Im vorgängigen Gottesdienst, mitgestaltet von Jugendlichen der 7. und 8. Klasse und KonfirmandInnen, wurde das Teilen in jugendgerechter Sprache am Beispiel des Gleichnisses vom Gastmahl vertieft. Eindrücklich waren die Erlebnisse, welche die Jugendlichen hatten, als sie sich in die Lage der Strassenkinder versetzten und versuchten Papiertaschentücher zu verkaufen, Schuhe zu putzen, Autoscheiben zu reinigen etc. Was sie da erlebten und zu hören bekamen, erstaunt ja eigentlich nicht: Keine Zeit, kein Interesse, achtloses Vorbeigehen usw. – es gab aber auch löbliche Ausnahmen.

Der eigentliche Predigttext aus der Volx-Bibel 3.0, hat möglicherweise irritiert, da er dem heutigen Sprachgebrauch angepasst ist, dürfte aber so den Jugendlichen eher entsprechen. Auch in seiner Predigt nahm Pfarrer Urs Jäger Bezug zur heutigen Zeit. Es ist schon so, dass wer gibt, meistens doch etwas erwartet. Selbstlosigkeit ist nicht unbedingt «in». Einen guten Anfang machte aber der anschliessende Suppentag. Dort gab es zwar eine gewisse Gegenleistung in Form einer feinen Suppe, eines beachtlichen Dessertbuffets und eines gemütlichen Beisammenseins – die eingegangenen Spenden waren dennoch beeindruckend grosszügig.

Die gesamten Einnahmen – und das waren zusammen mit den eingegangenen Spenden doch gegen die 5000 Franken – gehen wie jedes Jahr an das von der Kirchgemeinde unterstützte Projekt «Villages et Villes à Vivre» in der Demokratischen Republik Kongo. Dort ist die Lage trotz oder gerade wegen der stattgefundenen Wahlen sehr prekär. Die Demokratie ist wohl noch sehr weit entfernt und im Moment ist nicht abzusehen, wie sich die Lage weiterentwickelt. Politisch sind kaum Veränderungen zu erwarten und die Bevölkerung ist grösstenteils auf sich selbst gestellt. Gerade deswegen ist eine Unterstützung umso nötiger. Dabei geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Wegen der unsicheren Lage wurde aber die vorgesehene Produktion von Solarlampen aufs Eis gelegt. Der Weg zu einer Normalität, wie wir sie uns vorstellen, wird noch weit sein.

Bericht und Foto: Friedrich Lengacher

Afrika Sommerfest 2018

Seit vielen Jahren ist die reformierte Kirchgemeinde Einsiedeln mit dem Projekt «Villages et Villes à Vivre» in der Republik Kongo verbunden. Dessen Leiter, Pierre Kilubu, weilte Anfangs Juli in Einsiedeln und berichtete direkt. Dank unserer Hilfe können die Bewohner des Lualatals etwas hoffnungsvoller in die Zukunft schauen. Zwar lastet auf ihnen zurzeit wieder eine grosse Last und Ungewissheit. Zum einen ist die politische Lage sehr prekär und zum anderen sind die beiden Lastwagen wegen Defekten in der Hauptstadt blockiert und sollten möglichst schnell in Sicherheit, das heisst, ins Tal gebracht werden. Und das geht nun wirklich nicht ohne die nötigen Finanzen.

Sommerfest hilft weiter

Deswegen kam das diesjährige Afrika-Sommerfest der Kirchgemeinde vom vergangenen Sonntag gerade richtig. Der Anlass begann wie üblich mit dem abwechslungsreichen Gottesdienst. Dafür sorgten die Kinder aus dem Sommerlager mit ihren Darbietungen und der Chor «SongLine Ennenda». Ein Beweis, dass Beziehungen Türen öffnen, denn deren Präsidentin, Susi Leuppi, ist auch Organistin in der reformierten Kirche Einsiedeln. Der feine Chor hatte extra passende Lieder aus dem afrikanischen Kontinent einstudiert. Die Festbesucher durften sich auch noch später an dem Gesang, mit bekannter Literatur, erfreuen und auch an Alphorneinlagen, die an diesem Anlass nicht unbekannt sind.

Ein Nehmen und Geben

Bei fantastischem Wetter konnte der kulinarische und gesellschaftliche Teil über die Bühne gehen. Salat verschiedenster Art und Feines vom Grill liess den Gästen verschiedenster Provenienzen gar keine andere Wahl als zuzugreifen. Und dann erst noch das grosse und kreative Kuchenbuffet und dazu feiner Kaffee. Ein Leben wie im Schlaraffenland. Was neben dem gemütlichen Zusammensein mit vielen interessanten Begegnungen und Gesprächen zählt, ist schlussendlich auch der Batzen der – ohne jeden Abzug – direkt in das erwähnte Projekt fliesst. Und dann beim Zählen das Erfreuliche: Zusammen mit den Einzahlungen auf das Postcheckkonto ergab sich der Betrag von annähernd 5300 Franken. Nicht ein Rekord, aber doch einiges über dem Durchschnitt. Nicht zuletzt dazu beigetragen hat dabei die amerikanische Versteigerung von Artikeln, welche von den Kindern im Sommerlager hergestellt wurden. Ein besonderes Interesse fand der Prototyp einer Solarlampe, welche die Bewohner im Projektgebiet in Zukunft herstellen möchten. Das wäre ein weiterer Schritt in eine bessere und unabhängigere Zukunft. Dieses Vorhaben zeigt auch deutlich, dass die Bevölkerung zu seiner Entwicklung beitragen will. Dazu müssen die täglichen Herausforderungen gemeistert und wohl noch einige Hürden genommen werden.

Wir werden das Projekt weiterhin aufmerksam verfolgen und wenn nötig, und das ist es, mit Rat und Tat unterstützen.                                                                                   

Bericht und Fotos: Fritz Lengacher

Suppentag 2018

Hilfe zur Selbsthilfe im Kongo: Erfreulicher Suppentag und ein wichtiger Beitrag für das Projekt «Villages et Villes à Vivre»

Der erfreuliche Erlös aus dem Suppentag der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Einsiedeln wird ein weiterer Schritt im Projekt «Villages et Villes à Vivre» im Kongo ermöglichen.

Der Suppentag hat im Jahreskalender der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde einen festen Platz und ist nicht mehr wegzudenken. Die Zutaten: einen Gottesdienst für das geistliche Wohl, Gerstensuppe und Kuchen für das leibliche Wohl. Der feierliche Gottesdienst ist jeweils der Auftakt zum gemütlichen Mittagessen. Gestaltet wurde er neben Pfarrer Urs Jäger auch von den Konfirmanden und dem Projektunterricht mit Pfarrerin Réka Jaeggi. Erstere hatten sich eindrücklich mit dem «Vater unser» befasst und uns vor Augen geführt, dass wir es wohl beten, aber uns meistens kaum über den eigentlichen Sinn Gedanken machen. Insbesondere die an diesem Tage besonders aktuelle Zeile «unser tägliches Brot gib uns heute» nahm Pfarrer Urs Jäger auf und vermittelte uns dazu seine Gedanken.

Etwas Besonderes waren die Fürbitten, welche die Jugendlichen aus dem Projektunterricht ohne jeden Einfluss von aussen selber verfasst hatten. Und ganz besonders war es auch, dass für einmal nicht auf der Orgel der Gemeindegesang begleitet wurde, sondern von Stefan Meyer am Klavier. Und die Lieder stammten nicht nur aus dem Kirchengesangbuch, sondern auch aus dem neu vorhanden «rise up», einem ökumenischen Liederbuch mit modernen Kompositionen.

Auch Zuhören kann hungrig machen und diesem Umstand wurde umgehend Rechnung getragen. Nach dem kurzen Abendmahl wurde die feine, reichhaltige Gerstensuppe aufgetragen und zum Dessert waren Kaffee und die verschiedensten Kuchen angesagt. Den Service besorgten die Jugendlichen und viele andere helfende Hände. Für musikalische Begleitung sorgte «Hans-Uli Jäger and Friends».

Die gesamten Einnahmen kommen jedes Mal dem, schon seit langer Zeit unterstützten Projekt «villages et villes à vivre» im Kongo zugute. Und diesmal kam am Suppentag der erfreuliche Betrag von Fr. 2380.- zusammen, welcher sich dank Einzahlungen auf das Postcheckkonto schon bald 4000 Franken nähert. Mit jedem Franken kann die Lage der Bevölkerung in diesem abgelegenen Teil vom Kongo verbessert werden. Dabei ist es eine Hilfe zur Selbsthilfe, damit es beispielsweise möglich ist, mit den bereits vorhandenen Lastwagen Erzeugnisse zu transportieren und zu verkaufen. Dank der Tatsache, dass das Projekt gut begleitet ist, hat die Kirchgemeinde ja bereits einen Kredit bewilligt, mit dem der Aufbau einer kleinen Lampenfabrik an die Hand genommen werden kann. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die dortigen Bewohner das ihrige beitragen und nicht einfach warten, bis von irgendwo her Inspiration oder Geld kommen.

Bericht und Foto: Fritz Lengacher