Begegnungsabende: «Einsiedle mitenand»

Für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge ist die Eingliederung in unsere Gesellschaft kein einfaches Unterfangen.

Die Begegnung dieser Menschen mit Einheimischen ist das Ziel des Projektes «Einsiedle mitenand»,
das von den drei Einsiedler Kirchen
ins Leben gerufen wurde.

Es wäre toll, wenn an diesen Anlässen möglichst viele Einheimische dabei sein könnten. Man kann so oft kommen, wie man dazu Lust verspürt. Es besteht überhaupt keine Verpflichtung. Im Projekt steht das «Mitenand» im Mittelpunkt!

Die Begegnungsabende finden in der Regel zweimal im Monat, am Montagabend im Zentrum Waldstatt (Schmiedenstr. 10) von 17.30 bis ca. 20.30 Uhr statt.

Nächste Daten:

  • Montag, 01. Juli 2019
  • Montag, 19. August 2019 Begegnungsabende
  • Montag, 02. September 2019 Begegnungsabende
  • Montag, 16. September 2019 Begegnungsabende
  • Montag, 14. Oktober 2019 Begegnungsabende

Und hier geht's zur Website von «Einsiedeln mitenand»

Rückblicke von «Einsiedle mitenand»

Ein fröhliches Fest zum zweiten Geburtstag

In den letzten zwei Jahren haben unzählige Begegnungsabende von Einheimischen und Asylsuchenden sowie anerkannten Flüchtlingen unter anderem geholfen, dass diesen Menschen eine leichtere Integration gelingt. Am letzten Montag wurde aus Anlass des zweiten Geburtstages ausgiebig gefeiert.

Die von den drei Einsiedler Kirchen getragenen «normalen» Begegnungsabende – es gab schon über 40 davon – sind so gegliedert: Zuerst eine knappe Stunde Gesprächsrunde, dann ein feines, aber immer sehr einfaches Nachtessen mit nachfolgenden Spielen. Ein Begegnungsteam ist jeweils für die Vorbereitung zuständig. Am letzten Montag durfte das zweijährige Jubiläum gefeiert werden, Grund genug, die gängigen Strukturen zu durchbrechen und für einmal etwas ausgelassen zu feiern.

Wenn zehn Nationen am Tanzen sind...
Michael Schweyer, Mitglied des Projektteams, begrüsste die gegen 100 Einheimischen unterschiedlichen Alters sowie die Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlinge herzlich. In den Räumen der FEG fühlte man sich schnell einmal sehr wohl. Da gab es einen feinen Apéro, bevor Bilder von den letzten zwei Jahren für viel Aufmerksamkeit sorgten. Was man doch schon alles zusammen erlebt hat! Es sind nebst diesen Begegnungsabenden an jedem zweiten Montag auch ungezwungene «Rencontres» auf der Strasse, beim Einkaufen, im Zug oder wo auch immer. Moritz Rusterholz als Verantwortlicher für das anschliessende Nachtessen zauberte mit dem Küchenteam ein halbes Dutzend köstlicher Suppen auf den Tisch. Beim Sprechen in Hochdeutsch lernten sich viele Menschen wieder von einer ganz anderen Seite kennen. Tanz- und Gesellschaftsspiele erheiterten dann die jungen und älteren Gemüter. Unglaublich, wie locker und freundschaftlich man sich heute, nach zwei Jahren Einsiedle mitenand, doch begegnet. So durfte Projektleiter Sepp Bisig nach rund drei Stunden einen fröhlichen Abend mit lauter zufriedenen Menschen beenden und darauf aufmerksam machen, dass bereits am 3. Dezember der nächste und letzte Begegnungsabend in diesem Jahr stattfindet. Beim Weggehen wurde einem einmal mehr ins Bewusstsein gerufen, was für eine tolle Sache diese Begegnungsabende doch sind.

Bericht und Foto: Werner Bösch

«Einsiedle mitenand» feierte im November 2017 seinen ersten Geburtstag: ein Begegnungsabend mit enormem Wohlfühl-Charakter

Vor mehr als einem Jahr startete «Einsiedle mitenand». Nach über 20 Begegnungsabenden, die im Zweiwochen-Turnus stattfinden, wurde Ende November 2017 zum Feiern des ersten Geburtstages eingeladen. Asylsuchende wie Schweizer strömten in Scharen herbei. So entstand ein fröhliches Fest, geprägt von toller Stimmung mit lauter gut gelaunten Menschen.

Es ist allmählich am Eindunkeln, als sich der grosse Saal der Freien Evangelischen Gemeinde an der Schmiedenstrasse zu füllen beginnt. Alle fassen ihr Namensschild und schreiten zur gegenseitigen Begrüssung, die in den letzten zwölf Monaten an Herzlichkeit und Intensität stark zugenommen hat. Da sitzen sie, bunt gemischt: 55 Menschen aus Eritrea, Syrien und Afghanistan und 45 Schweizerinnen und Schweizer. Im Nebenraum spielen 14 ausländische Kinder unter Obhut von Mitgliedern des Begegnungsteams.

Abendleiter Werner Bösch begrüsst alle herzlich und stimmt gleich zu Beginn ein «Happy Birthday» an. Alle singen sie mit. Eis muss da keines mehr gebrochen werden. An den verschiedenen Tischen wird schon eifrig diskutiert, in möglichst deutlicher Schriftsprache notabene. Es geht im rund 15-minütigen Smalltalk um das Beschreiben von Fotos der Begegnungsabende aus den letzten 12 Monaten. Im nächsten Teil will man über das Feiern von Festen reden. Die Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlinge sollen auch erzählen, wie bei ihnen zuhause gefeiert wird. Sie tun das ungehemmt und erzeugen dabei da und dort ein Staunen der Schweizerinnen und Schweizer. Schnell vergeht das gemeinsame Zusammensein. Früher hiess der erste Teil «Lernbereich», heute «Gesprächsrunde». Die Stimmung ist heiter, gelöst. Was ist da in einem Jahr herangewachsen! Kaum zu beschreiben.

Inzwischen ist es bald 18.30 Uhr. Während an den «normalen» Begegnungsabenden ein Team von Schweizern jeweils ein einfaches, aber immer sehr schmackhaftes Mahl zubereitet, haben heute die drei Hauptgruppen der Eritreer, Syrer und Afghanen ein tolles Büffet zubereitet. Unter dem Motto «Das Auge isst mit» sind unglaubliche Gerichte entstanden; alles wurde von den Meisterköchinnen und -köchen daheim vorbereitet und mitgebracht. Und wie schmeckt dies alles? Ausgezeichnet! Letzter Akt: An den herkömmlichen Begegnungsabenden wird nach dem Nachtessen jeweils gespielt. Heute – aus aktuellem Anlass – soll getanzt und gesungen werden. Mit Moderator Michael Schweyer funktioniert dies ausgezeichnet: Auf das «Buurebübli» folgen kurdische, syrische, eritreische, afghanische Lieder und Tänze. Ja, die fröhlichen Menschen sind jetzt ganz im Element, die Schweizer gehen mit und versuchen die Bewegungen zu übernehmen. Nicht so einfach!

Bevor sich zur Verabschiedung alle die Hand reichen, bedankt sich Zara bei allen Schweizerinnen und Schweizern für die herzliche Aufnahme und die schönen Begegnungsabende. Und Nessrin, eine syrische Kurdin, singt für ihren Mann Zacarias ein toll vorgetragenes Liebeslied. Was hätte zum Schluss besser passen können als diese zwei netten Zeichen der Dankbarkeit!?

Hozan Rashid hat nie gefehlt!
Er ist 26 Jahre alt und ist syrischer Kurde: Hozan Rashid ist noch keine drei Jahre in der Schweiz und spricht bereits ein sehr gutes Deutsch. Hozan, ein sympathischer junger Mensch, hat an keinem Begegnungsabend gefehlt, war immer aktiv und lernwillig mit dabei und am Schluss beim Aufräumen und Putzen stets behilflich. So hat er sich viel positive Aufmerksamkeit geholt. Eine Medaille ist dem Hobbyfussballer gewiss! Hozan ist sehr integrationsfreudig und absolviert gegenwärtig ein Praktikum bei der Firma Peduzzi in Pfäffikon SZ. Dort kann er im kommenden August eine Lehre als Maler beginnen, was den jungen Mann sehr freut. Ihm sei an dieser Stelle alles Gute gewünscht!

Bericht und Foto: Werner Bösch