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Familiengottesdienst mit Unterrichtskindern zum Thema Abraham und Sara

Unterrichtskinder der zweiten Klasse spielten zu Beginn des Familiengottesdienstes vom 23. September auf einfache, aber beeindruckende Art die biblische Geschichte von Abraham und Sara vor. Dies vor vollen Bänken und unter der Anleitung von Heidi Degiorgi.

In seiner Predigt nimmt Pfarrer Urs Jäger das Thema wieder auf: Abraham wird mit seiner Frau Sara von Gott aufgefordert, in ein fremdes Land zu ziehen, ohne zu wissen, was da auf ihn zukommt. Er hegt keinen Zweifel an dem, was Gott ihm sagt; es ist richtig und gut für ihn. Er vertraut auf Gott und sein Vertrauen wird auch noch auf eine harte Probe gestellt. Denn Gott verspricht ihm, der Vater einer Sippe, ja eines Volkes zu werden. Aber Abraham und Sara werden alt und bleiben kinderlos.

Erst als drei Männer (Boten) Abraham und Sara besuchen und ihnen kundtun, dass Sara bald einen Sohn gebären wird, ist das für die betagte Sara fast lächerlich und sie gibt ihren Gefühlen freien Lauf und muss lachen. Dennoch ist für Sara das Ganze eher traurig, sie hatte sich so lange ein Kind gewünscht und eigentlich würde sie jetzt am liebsten weinen.

Sara verdient unseren Respekt; sie bleibt vor Gott einfach so, wie sie es für richtig hält. Sie fühlt sich nicht ernst genommen und zeigt auch vor Gott ihre Gefühle. Das verdient umso mehr Respekt in einer Gesellschaft, in der man als Frau nicht viel zu sagen hatte. Der Ehemann bestimmte ihr Leben und als kinderlose Ehefrau war ihr Leben alles andere als einfach. Nun, als Gott ihren sehnlichsten Wunsch, ein Kind zu bekommen, erfüllt hat, nennt sie ihn Isaak, was soviel heisst wie «Gott hat mich zum Lachen gebracht». Und so wünscht auch Gott allen Menschen, an Saras Freude teilzuhaben und gleichzeitig die Hoffnung nicht zu verlieren, wieder zu lachen und fröhlich zu sein.

Auch wir sind aufgerufen, Botschafter zu sein und Freude dahin zu bringen, wo andere Menschen traurig sind, dort Mut zu machen, wo Menschen ihn verloren haben. Die Erzählungen von Abraham sind Zeugnisse über einen Menschen, der in einer Mischung aus Mut, Gottvertrauen und Bereitschaft zum Risiko offen für Veränderungen bleibt und eine neue Welt sucht. Abraham und Sara sind grosse Vorbilder, von denen Israel seine Geschichte herleitet. Es sind keine Helden oder gar Heilige, sondern Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber sie erreichten ein hohes Alter: das Symbol für ein erfülltes Leben und Zeichen der Treue Gottes.

Der von der Kirchgemeinde offerierte Apéro, bot Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen und rundete den Familiengottesdienst würdig ab.

Bericht und Bild: Andreas Peine

Reformierte packen grosses Projekt an

Die im Jahre 1943 eingeweihte reformierte Kirche an der Spitalstrasse in Einsiedeln harrt einer dringend nötigen Renovation. Stabilisierung des Gebäudes, Wärmedämmung, Raumoptimierung und modernere Technik sind die Ziele. Damit das Projekt zur Ausführungsreife gebracht werden kann, haben die Stimmberechtigten einen zusätzlichen Planungskredit von Fr. 150'000 bewilligt.

Damit das reformierte Gotteshaus auch für nächste Generationen nutzbar ist, haben in letzter Zeit intensive Vorarbeiten für dessen Sanierung stattgefunden. Eine Arbeitsgruppe und das Architekturbüro Fässler & Partner aus Zürich haben sich damit befasst und vier Themenbereiche beleuchtet: Statik, Bauschäden, Wärmeverlust und Raumnutzung. Dabei wurde darauf geschaut, dass wirklich nur das Nötige an die Hand genommen wird.

Da der im November 2017 bewilligte Planungskredit von Fr. 20'000 nicht reicht und vor allem die Kirchenbürger informiert werden sollen, fand am 20. September eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung statt. Da das Projekt schon recht weit fortgeschritten ist, konnte über sehr viele Details berichtet werden und es liegt bereits eine Kostenrechnung vor. Diese hat eine Grössenordnung von 2,1 Millionen Franken, eine happige Last für eine Kirchgemeinde mit rund 2000 Mitgliedern. Natürlich hat man sich über die Finanzierung Gedanken gemacht und es ist auch eine Lösung in Sicht. Ein Drittel kann von den Eigenmitteln aufgebracht werden und zwei Drittel werden als Darlehen oder auf dem Kapitalmarkt beschafft. Da das Ziel ist, nach der Ausführung innert zehn Jahren die Schulden zu tilgen, wird es nicht ganz ohne eine Steuererhöhung gehen. Auf jeden Fall wird aber bei den kirchlichen Dienstleistungen und dem Gemeindeleben nicht gespart.

Über das bereits recht detaillierte Projekt konnten sich die 20 Stimmberechtigten ein gutes Bild machen und auch entsprechend Fragen stellen und Anregungen einbringen. An der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung ging es aber grundsätzlich darum, für die Detailplanung einen nötigen Zusatzkredit zu bewilligen, da der im November 2017 gesprochene Betrag bei weitem nicht reichen wird. Das war auch bei den beantragten Fr. 100'000 absehbar und deshalb wurde er auf Antrag auf Fr. 150'000 erhöht. Damit kann nun die Planungsarbeit abgeschlossen werden. Sie wird von der Baukommission bestehend aus Stefan Meyer (Präsident), Erika Weber, Erika Veyre, Chris Clark, Pfarrer Urs Jäger, Franz Käser sowie beratend von Pfarrerin Réka Jaeggi, Daniel Berli und Bernhard Schiesser begleitet.

Voraussichtlich können die Gemeindemitglieder bereits an der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung im November über die Ausführung des Projektes abstimmen. Dann gilt es einen wegweisenden Entscheid zu fällen, soll doch die reformierte Kirche auch von der nächsten Generation in einem guten Zustand genutzt werden können.

Bericht und Bild: Fritz Lengacher

Ausflug mit den Lektoren-/Lektorinnenteam auf der Schanzenanlage in Einsiedeln

Mit dem Zitat vom Vincent von Gogh «Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren!» und unter der Führung vom Kirchgemeinderatsmitglied Erika Weber hat sich eine illustere Gruppe auf den Weg gemacht, die Vierer-Schanzenanlage hier auf dem Platz Einsiedeln zu besichtigen. Wichtige Punkte, die in der Führung zur Sprache kamen, waren: wie wird das Skispringen erlernt, was war auf diesem Gebiet früher von Bedeutung, wie ist der Schanzenbelag zusammengesetzt und wie wird diese interessante Sportart heute gelebt? Vom LektorInnenteam wurden spannende Fragen gestellt und das Wohlwollen der Besuchenden, gegenüber dem Skispringen war absolut spürbar.

Ein Höhepunkt unseres Ausfluges war sicher die Fahrt mit dem kleinen Sessellift zu der 117m-«Hillsize»-Schanze und der darauf folgende, tolle Ausblick vom 44 Meter hohen Turm. Die 117m-Schanze ist die grösste der vier Einsiedlerschanzen und die grösste Mattenschanze der Schweiz. So trainieren auf ihr auch regelmässig Spitzenathleten aus der Schweiz und aus anderen Nationen. Dank ihrer Grösse lässt sie atemberaubende Sprünge bis um die 120-Meter-Marke zu. Im 2008 wurde der Schanzenrekord von 121 Meter erreicht. Seit 1933 hat in Einsiedeln das Skispringen seinen Platz – damals natürlich mit wesentlich einfacheren Mitteln. Zur Tradition gehört, dass ein Teil des Trainings auch heute noch im Klosterestrich stattfindet, da man dort nicht vom Wetter abhängig ist.

Nach gut zwei Stunden ging es in das Restaurant Berghof, wo die neuen Daten für das LektorInnenteam besprochen und gesetzt wurden und auch ein feines Essen auf uns wartete. Vielleicht fragen Sie sich: was ist eine Lektorin oder ein Lektor? Hier die Antwort: sie unterstützten die Pfarrperson, zitieren auf der Kanzel die vorgegebenen Bibeltexte und helfen somit, dass der sonntägliche Gottesdienst eine Stimme mehr erhält. Die Dateneinteilung findet halbjährlich statt. Einmal im Jahr wird sie nach wie vor im Kirchgemeindehaus gemacht. Neu gibt es jetzt, einmal im Jahr, auch einen Ausflug, an dem wir diese Einteilung vornehmen und uns im Anschluss ein Abendessen gönnen.

Es war eine tolle Gruppe und die Schreibende freut sich bereits jetzt auf den nächsten Event mit diesem Team.

Bericht und Zeichnung: Erika Weber, Kirchgemeinderätin, Ressort Unterricht