Primarstufe Einsiedeln

In Einsiedeln werden die reformierten Primarschüler/innen in der Regel schon ab der ersten Klasse in ca. 2-3 von sechs Parallelklassen eingeteilt. Dies ermöglicht uns, den Religionsunterricht während der regulären Unterrichtszeit in unsern eigenen Räumlichkeiten zu halten.

An den Nachmittagen, bei welchen in den Einsiedler-Klassen auch der katholische Religionsunterricht stattfindet, führen wir den reformierten Religionsunterricht in unserem Kirchgemeindehaus durch. Diese längeren Unterrichtsblöcke sind, je nach Dauer, ca. alle zwei oder drei Wochen.

In der ersten Klasse wird der Religionsunterricht ökumenisch gestaltet. Jedes Jahr übernimmt eine unserer reformierten Katechetinnen eine der ca. sechs konfessionell gemischten ersten Primarklassen. Der Unterrricht findet im jeweiligen Klassenzimmer der Primarschule statt.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen das Sekretariat.

Rückblick Primarunterricht

Popcorn, Gesang und Wüstenwanderung im Kirchgemeindehaus

Schon ein bisschen knisternd und elektrisierend war die Spannung, welche an diesem Sonntagmorgen in der Luft war. Nach dem letzten Glockenklang kam Moses, leicht gebeugt mit Stab und Hut, gefolgt von seinem Volke in den sehr gut besetzten Saal unseres Kirchgemeindehauses. Eltern, Verwandte und Anwesende verfolgten wohlwollend und aufmerksam was die Kinder einstudiert hatten.

Katechetin Heidi Degiorgi erzählte die Geschichte von Moses: Wie er sein Volk durch die sehr karge Wüste führte. Wie das Volk unzufrieden und mürrisch aufbegehrte und sich Moses schlussendlich hilfesuchend an seinen Herrn wandte. Gott erhörte Moses und es regnete Nahrung für sein Volk in Form von «Manna». Das haben die Kinder symbolisch dargestellt, in dem sie Popcorn auf einen Tisch mit brauner Decke streuten. Die Buben und Mädchen verteilten das Popcorn anschliessend an die Gottesdienstbesucher. Eine willkommene Geste, vor allem für die kleinen Schleckmäuler.

Pfarrer Urs Jäger hat dann in seiner kurzen Predigt die Bedeutung von diesem «Manna», in eine heutige, alltägliche Situation gerückt. Wenn wir zum Beispiel wandernd unterwegs sind und hungrig werden, hat die Natur einiges an Nahrung zu bieten, zum Beispiel in Form von Nüssen oder Beeren, welche wir am Wegrand finden. Die Botschaft aus der Bibel (Exodus 3) in diesem Unterrichtsgottesdienst kann deshalb mit «JHWH» ausgedrückt werden, was übersetzt heisst: «Ich bin für dich da!» Wir werden in unserem Leben immer vom lieben Gott begleitet, dies ist nicht immer sofort erkennbar. Manchmal zäunen Dornen unseren Weg, aber das Vertrauen dürfen wir nie verlieren.

Mit gut eingeübtem Gesang wurde diese Botschaft wohltuend verstärkt. Die 11 Kinder haben sich ins Zeug gelegt und laut und deutlich gesungen, zwischendurch auch in Begleitung der Anwesenden. Mit einem Apéro und persönlichen, anregenden Gesprächen fand dieser Familiengottesdienst ein würdiges Ende.

Bericht und Bild: Erika Weber

Familiengottesdienst mit Unterrichtskindern zum Thema Abraham und Sara

Unterrichtskinder der zweiten Klasse spielten zu Beginn des Familiengottesdienstes vom 23. September auf einfache, aber beeindruckende Art die biblische Geschichte von Abraham und Sara vor. Dies vor vollen Bänken und unter der Anleitung von Heidi Degiorgi.

In seiner Predigt nimmt Pfarrer Urs Jäger das Thema wieder auf: Abraham wird mit seiner Frau Sara von Gott aufgefordert, in ein fremdes Land zu ziehen, ohne zu wissen, was da auf ihn zukommt. Er hegt keinen Zweifel an dem, was Gott ihm sagt; es ist richtig und gut für ihn. Er vertraut auf Gott und sein Vertrauen wird auch noch auf eine harte Probe gestellt. Denn Gott verspricht ihm, der Vater einer Sippe, ja eines Volkes zu werden. Aber Abraham und Sara werden alt und bleiben kinderlos.

Erst als drei Männer (Boten) Abraham und Sara besuchen und ihnen kundtun, dass Sara bald einen Sohn gebären wird, ist das für die betagte Sara fast lächerlich und sie gibt ihren Gefühlen freien Lauf und muss lachen. Dennoch ist für Sara das Ganze eher traurig, sie hatte sich so lange ein Kind gewünscht und eigentlich würde sie jetzt am liebsten weinen.

Sara verdient unseren Respekt; sie bleibt vor Gott einfach so, wie sie es für richtig hält. Sie fühlt sich nicht ernst genommen und zeigt auch vor Gott ihre Gefühle. Das verdient umso mehr Respekt in einer Gesellschaft, in der man als Frau nicht viel zu sagen hatte. Der Ehemann bestimmte ihr Leben und als kinderlose Ehefrau war ihr Leben alles andere als einfach. Nun, als Gott ihren sehnlichsten Wunsch, ein Kind zu bekommen, erfüllt hat, nennt sie ihn Isaak, was soviel heisst wie «Gott hat mich zum Lachen gebracht». Und so wünscht auch Gott allen Menschen, an Saras Freude teilzuhaben und gleichzeitig die Hoffnung nicht zu verlieren, wieder zu lachen und fröhlich zu sein.

Auch wir sind aufgerufen, Botschafter zu sein und Freude dahin zu bringen, wo andere Menschen traurig sind, dort Mut zu machen, wo Menschen ihn verloren haben. Die Erzählungen von Abraham sind Zeugnisse über einen Menschen, der in einer Mischung aus Mut, Gottvertrauen und Bereitschaft zum Risiko offen für Veränderungen bleibt und eine neue Welt sucht. Abraham und Sara sind grosse Vorbilder, von denen Israel seine Geschichte herleitet. Es sind keine Helden oder gar Heilige, sondern Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber sie erreichten ein hohes Alter: das Symbol für ein erfülltes Leben und Zeichen der Treue Gottes.

Der von der Kirchgemeinde offerierte Apéro, bot Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen und rundete den Familiengottesdienst würdig ab.

Bericht und Bild: Andreas Peine