Februar 2026 - Gedanken zur Monatslosung

96. EE L'Abergement_Bäckerei Nachhaltige_Freude Feb2026 (Foto: 123RF)
Freude ist die Antwort aus Dankbarkeit und Grosszügigkeit
Freue dich an all dem Guten, das Adonaj, deine Gottheit, dir und deiner Familie zukommen lässt. Deuteronomium 26,11 (BigS)

Freude ist die Antwort, die aus Dankbarkeit und Grosszügigkeit wachsen kann. Sie ist nichts, was sich durch Konsum erzwingen liesse. Tiefe Glücksmomente entstehen aus der Verbundenheit mit anderen Menschen und mit dem Leben selbst – nicht aus der Flucht vor dem Leben in ein gekauftes, berauschendes Vergessen.

Das hebräische Wort für Freude (sámach), das in Dtn 26,11 in verbalisierter Form erscheint (samachta), bezeichnet eine leibliche und gemeinschaftliche Freude: Sie ergreift erstens den ganzen Menschen und wird körperlich spürbar. Zweitens geht es nicht um eine rein subjektive oder private Stimmung, sondern um geteilte Freude, die im Miteinander Gestalt annimmt.

Der folgende Vers (Dtn 26,12) unterstreicht diesen gemeinschaftlichen Charakter der Freude noch stärker: «Entrichte in vollem Umfang jedes dritte Jahr, im Zehntjahr, den zehnten Teil deines Ertrages und gib ihn an die levitischen Familien, an die Fremden, die Waisen und Witwen, so dass sie sich in deiner Stadt satt essen können». Freude zeigt sich hier ganz konkret darin, dass andere Anteil am Guten des Lebens erhalten.

Anders gesagt: biblische Freude wird erst dort vollständig, wo sie geteilt wird. Und sie wird beim Teilen nicht weniger, sondern grösser. Die biblische Erzählung von der Speisung der Fünftausend (Markus 6,30–44) wird deshalb oft so gedeutet, dass sie symbolisch darauf verweist: Wo geteilt wird, wächst – statt zu schwinden – die Fülle, und mit ihr die Freude. Das bedeutet auch, dass diese Art der Freude nicht etwas ist, das im Konkurrenzkampf erkämpft werden muss – und so erst knapp wird!

Fazit: Nachhaltige Freude ist das Aufatmen des Lebens angesichts dessen, was trägt – ein Aufleben in Gemeinschaft und Dankbarkeit.

Text und Bild: Dr. phil. Edwin Markus Egeter (Bild: L'Abergement, Jura)